Das Konzept: Zur Bewirtschaftung ihrer Flächen brauchen die Landwirte ein gut ausgebautes Wegenetz, aber auch die Freizeitnutzer drängen auf die Wirtschaftswege. Viele Wege sind aufgrund ihres Alters schlichtweg verbraucht und weisen teils erhebliche Schäden auf. Die ILE Frankenpfalz i.F. hat daher mit finanzieller Unterstützung durch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) ein Konzept für ein „Ländliches Kernwegenetz“ erarbeitet. Insgesamt wurden darin rd. 120 km Kernwege ausgewiesen. Zur Aufnahme des landwirtschaftlichen Schwerlastverkehrs sollen diese Wege schrittweise mit einer Tragschicht von mindestens 3,5 m Breite und bis 11,5 t Achslast ausgebaut werden.

Die Umsetzung: Mit dem Abschluss des Konzeptes im Dezember 2016 hat die ILE Frankenpfalz i.F. die Grundlagen zur langfristigen Sicherung von Fördermitteln für den Wegeausbau geschaffen. Ob und wann ein Weg zum Kernweg ausgebaut wird, entscheidet die betreffende Gemeinde – und hier tut sich einiges:

Seybothenreuth: Im Rahmen der Dorferneuerung wird ein Teil des Weges zwischen Draisenfeld und Unterölschnitz ausgebaut. Dies wurde von der Teilnehmergemeinschaft bereits beschlossen und durch das ALE bestätigt. Demnach ist mit einem Fördersatz von 80 bis 85% zu rechnen. Der Baubeginn soll bereits im Sommer/Herbst  2018 erfolgen. Zwischen der Ortsverbindungsstraße Seybothenreuth-Würnsreuth und der B22 ist zudem ein sog. „Lückenschluss“ (Wegebau auf neuer Trasse) geplant. Der neue Weg soll entlang der Bahnlinie verlaufen und eine innerörtliche Verkehrsentlastung bewirken. Die Förderung wird derzeit beim ALE beantragt. Die Vorbereitungen (z.B. Grunderwerb) sollen noch in 2018 abgeschlossen werden, der Ausbau ist für 2019 geplant. Im nördlichen Teil des Gemeindegebietes rund um Döberschütz und Fenkensees laufen weitere Verfahren der Ländlichen Entwicklung an. Es ist damit zu rechnen, dass in diesem Zuge weitere Kernwege in der Gemeinde Seybothenreuth ausgebaut werden.


Der Ausbau eines Teilstückes von Draisenfeld Richtung Unterölschnitz ist bereits beschlossen und wird voraussichtlich noch in diesem Jahr realisiert.

Speichersdorf: Für den Ausbau der GV-Straße von Göppmannsbühl über die Tauritzmühle hinauf zur Kreisstraße BT42 wurden bereits Fördermittel beantragt. Neben der Ertüchtigung des Weges soll auch die Brücke über den Tauritzbach saniert werden. Da die von der FGV-Ortsgruppe betriebene Ausflugsgaststätte mit ihrem naturschutzfachlich wertvollen Umfeld angebunden ist, wird der Ausbau in diesem Bereich anstelle der üblichen Asphalttragschicht mit Beton- und Rasenverbundsteinen erfolgen. Das betroffene Gebiet wird in das Verfahren Speichersdorf 3 aufgenommen und im Rahmen der Flurneuordnung abgewickelt. Der Vorstand des FGV sowie der Gemeinderat haben dem Vorhaben bereits zugestimmt. In Planung ist weiterhin die Sanierung eines rd. 500 m langen und mit Betonplatten verbauten Teilstückes der Ortsstraße zwischen Speichersdorf und Roslas.


Die Zufahrt von Göppmannsbühl zur Tauritzmühle und weiter zur Kreisstraße BT42 soll im Rahmen des Flurneuordnungsverfahrens Speichersdorf 3 ausgebaut werden.

Weidenberg: Kurzfristiger Ausbaubedarf besteht nur für den Wegeabschnitt, der von der GV-Straße Lankendorf-Lessau hinauf zum Höhenweg auf der Bocksleite und von dort zur Staatsstraße St2463 führt. Der Weg liegt innerhalb des Verfahrensgebietes Lessau-Lankendorf und wird daher ggf. im Rahmen der Flurneuordnung ausgebaut. Weiterhin steht kurz- bis mittelfristig ein schrittweiser Ausbau der Wegeverbindung nach Hartmannsreuth in Aussicht. Angedacht ist, einen Lückenschluss zu dem Flurweg herzustellen, der kurz nach Gebhardtshof auf die GV-Straße Lessau-Stockau mündet, um damit die Durchgängigkeit des Wegenetzes zu verbessern.

Kirchenpingarten: Beabsichtigt ist der Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Tressau und Kirmsees. Der Förderantrag wurde erst kürzlich gestellt und die weitere Vorgehensweise wird derzeit mit dem Amt für Ländliche Entwicklung geklärt. Weiterhin soll ein Ausbau der Verbindung Schmetterslohe, Flinsberg Richtung Göppmannsbühl geprüft werden.

Emtmannsberg: Hier laufen derzeit vier Flurneuordnungsverfahren, die nahezu das gesamte Gemeindegebiet überdecken und u.a. auch der Umsetzung des ILE-Projektes „Landschaft Vital“ dienen. Der Ausbau von einigen Kernwegen wird im Rahmen dieser Verfahren erfolgen, was zugleich eine höhere Bezuschussung der entstehenden Kosten durch das ALE ermöglicht. Auch wenn die Verfahren erst anlaufen, zeichnet sich bereits jetzt der Ausbau von drei Wegen ab. Dies betrifft eine Verbindung von Unterölschnitz Richtung Draisenfeld, von Wiedent Richtung Würnsreuth und eine Wegeverbindung von der Kreisstraße BT17 über die Haselhöhe nach Schamelsberg.
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